Häufig Gestellte Fragen

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Die häufig gestellten Fragen zu Halal:

 

Was ist Halal und was bedeutet es?

Halal ist ein arabischer Begriff (حلال) und bedeutet „erlaubt“ oder „zulässig“. Im Zusammenhang mit Lebensmitteln deutet Halal darauf hin, dass das Produkt nicht nur zum Verzehr erlaubt ist, sondern ist ebenfalls für den Konsumenten und die Umwelt unschädlich (unbedenklich). Dies nennt man Halal und Tayyib und dieser hohe Standard wird aus dem Koran (Al Maidah 5:3) abgeleitet. Das Gegenteil von Halal ist Haram und bedeutet „verboten“ oder „zu vermeiden“Dieses Reinheitsgebot gilt nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für andere Konsumgüter, die halal zertifiziert werden. Dienstleistungen müssen auch bestimmte Voraussetzungen erfüllen, bevor sie als Halal gelten dürfen. Zum Beispiel ist eine Finanzierung durch bzw. das Anlegen von Kapital in Glücksspiel, Zinsgelder, Waffengeschäfte, Prostitution, Pornographie, Herstellung und Verkauf von Trinkalkohol, Verarbeitung und Handel von Schweinefleisch strengstens untersagt. Es gilt das Grundprinzip: Alles, was nicht klar verboten ist, bleibt zulässig.

Eine Liste von Produkten, die generell als Halal gelten:

  • Fleisch (von erlaubten Tieren wie Kühen, Schafen, Ziegen, usw., die halal geschächtet werden.)
  • Milch (von erlaubten Tieren wie Kühen, Schafen, Ziegen, usw.)
  • Milcherzeugnisse (Käse, Joghurt, usw. von erlaubten Tieren wie Kühen, Schafen, Ziegen, usw.)
  • Alle Hülsenfrüchte- und Nüsse (z.B. Kichererbsen, Erdnüsse, Sonnenblumenkerne)
  • Alle Gemüsesorten
  • Früchte
  • Getreide (z.B. Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Reis)
  • Honig
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Wasser

Einige dieser Produkte wie Fleisch müssen vorher entsprechende Kriterien erfüllen, bevor sie als halal gelten dürfen.

  • Das Fleisch muss von Tieren, die als ursprünglich halal gelten, stammen (kein Fleisch von verbotenen Insekten, Schwein, Aasfressern).
  • Vor dem Schächten wird die Tasmiah (den Namen Allahs) ausgesprochen.
  • Das Tier muss am Leben sein.
  • Das Tier muss gesund sein.
  • Das Tier darf nicht vor oder während der Vorbereitung für das Schächten verletzt werden.
  • Die Messerklinge muss sehr scharf sein, um einen schnellen Vorgang zu gewährleisten.
  • Das Blut des Tieres darf nicht verzehrt werden.
  • Fleischteile von lebenden Tieren dürfen nicht entfernt und verzehrt werden.
  • Das Fleisch und die Milch dürfen nicht von Tieren stammen, die mit tierischen Nebenprodukten gefüttert wurden.
  • Humane Betäubung, die das Tier nicht tötet, ist in der Produktion von Halal-Fleisch erlaubt.
  • Mechanische Betäubung unter strenger Aufsicht eines Halal-Experten ist zulässig.
  • Der Arbeitsplatz müssen hygienisch rein und frei von Kreuzkontaminationsgefahren (mit nicht-halal Substanzen) sein.
  • Das Schächten darf auch von einer geschulten Person von „den Leuten der Schrift“ (Judentum, Christentum) durchgeführt werden.
  • Die Einhaltung dieser Regeln ist Pflicht.

Produkte, die als haram (verboten) gelten.

  • Fleisch von Aasfressern, verendeten Tieren und die daraus stammenden Produkte.
  • Blut und verwandte Nebenprodukte
  • Schweinefleisch und verwandte Nebenprodukte
  • Fleisch von Raubtieren mit Fangzähnen
  • Fleisch von Raubvögeln mit Krallen
  • Fleisch von ursprünglich erlaubten Tieren, die aber nicht nach Halal-Richtlinien verarbeitet wurden.

 

Halal und Tayyib

Für die meisten Muslime ist Halal ein relativ vertrautes Konzept. Leider wird aber durch die Industrialisierung und Kommerzialisierung von Lebensmitteln und Waren ein sehr wichtiger Aspekt, der zu Halal gehört, immer wieder vergessen. Gemeint ist die Tayyib-Vorschrift, die den Halal-Begriff im Koran an mehreren Stellen begleitet.

  • „O ihr Menschen, esset von dem, was erlaubt (Halal) und gut (Tayyib) auf der Erde ist…“ (Koran 2:168)
  • „Sie fragen dich, was ihnen erlaubt (Halal) sei. Sprich: Für erlaubt (Halal) wurden euch erklärt alle guten Dinge (Tayyibat)…“ (Koran 5:4)
  • „Und esset von dem, was Allah euch gegeben hat das Erlaubte (Halal) und das Gute (Tayyib)…“(Koran 5:88)
  • „So esset von dem, was ihr erbeutet habt, dass erlaubt (Halal) und gut (Tayyib) ist…“ (Koran 8:69)
  • „So esset nun von den erlaubten (Halal) guten(Tayyib) Dingen …“ (Koran 16:114)

Die Bedeutung des Begriffs „Tayyib“ ist nicht leicht in die deutsche Sprache zu übersetzen. Er trägt eine Kombi-Bedeutung und bezeichnet das Gute, das Gesunde, das Reine und das Ethische. Durch dieses Verständnis sollte halal nicht nur darauf reduziert werden, wie ein Tier geschächtet wurde, denn das Schächten alleine garantiert keinen Tayyib-Zustand. So ist Tayyib ein Schritt über Halal. Zusammen versteht man also unter Halal und Tayyib Produkte und Dienstleistungen, die für alle Akteure vor allem Mensch und Umwelt, gut und unschädlich ist. Halal und Tayyib können als Vorläufer der heutigen Bio-Standards betrachtet werden.

 

Ist Halal nur für Muslime?

Eine oft gestellte Frage ist, ob Halal-Güter nur für Muslime sind, da das ursprüngliche Konzept von Halal auf religiöse Vorschriften beruht. Näher betrachtet, beinhaltet Halal jedoch mehr als bloße Zutatenregulierungen, sondern auch Produktsicherheit, bewussten Konsum, vorbildliche Herstellungspraktiken und Umweltschutz. Halal-Produkte sind somit für alle qualitäts- und gesundheitsbewussten Verbraucher geeignet, gleich welcher Ethnie oder Glaubensrichtung. Da es diesbezüglich keine Einschränkungen gibt, werden bereits weltweit viele Halal-Produkte und -Dienstleistungen von Nicht-Muslimen verzehrt und genutzt. Bei einigen nicht-muslimischen Konsumenten steht Halal sogar als Symbol für Qualität und Gesundheit.

 

Halal und Tierschutz

Damit Halal-Produkte auch als Tayyib gelten können, schreibt das Halal-Konzept bestimmte Bedingungen vor. Darunter sind Vorschriften, die zu den westlichen Tierschutzstandards von heute passen. Zum Beispiel muss das Tier:

  • Das Tier muss auf humane und gesunde Arte und Weise gezüchtet und gehalten werden.
  • Das Tier darf keine Behinderungen, Verletzungen oder Krankheiten haben.
  • Das Tier (bei Wiederkäuern) darf von Überresten von anderen Tieren nicht gefüttert werden. (Sogar die Milch von solchen betroffenen Tieren gelten dann als Haram.)
  • Das Tier darf vor, während und nach dem Transport nicht gequält, gestresst, oder verletzt werden.
  • Das Tier darf keine übermäßige Angst oder Stress vor dem Schlachtvorgang empfinden.
  • Das Tier darf während des Schlachtvorgangs nicht mit anhaltenden Schmerzen oder Verletzungen behandelt werden.
  • Das Tier darf nicht vor anderen Tieren geschächtet werden.

 

Ist Gelatine halal?

Gelatine ist ein Zutat, das aus tierischem Eiweiß hergestellt wird. Meistens stammt Gelatine von Schweinen, Rindern und Fisch. Die Hauptrohstoffe für die Herstellung sind Schweinehäute, Rinderhäute, Rinderknochen oder Fischgräten. Gelatine findet Anwendung in Backwaren, Süßigkeiten, Soßen, Säfte und auch in medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln. Gelatine wird auch in nicht-Lebensmitteln verwendet wie etwa in Fotopapier. Wenn auf der Etikette des Produkts keine Angaben zur Herkunft oder Zertifizierung der inhaltenen Gelatine aufgeführt wird, stammt üblicherweise von Schwein. Somit ist das Produkt nicht halal und sollte gemieden werden. Gelatine von Rind muss ebenfalls Halal-Vorschriften, bevor sie als halal gelten kann. Zum Beispiel muss das Produkte von halal vearbeiteten Rinder stammen. Gelatine von Fisch gilt allgemein als halal.

 

Sind Lecithine halal?

Lecithine wirkt als ein Emulgator und kann in Pflanzen gefunden werden. Lecithine kann aber auch aus Quellen tierischen Ursprungs stammen wie Eiern. Emulgatoren ermöglichen das fein-mischen von zweier normalerweise nicht mischbarer Flüssigkeiten ohne sichtbare Entmischung wie Öl mit Wasser. Sollte die Lecithine von Pflanzen, Eiern oder anderen Quellen tierischen Ursprungs, stammen, die halal anerkannt sind, gilt sie auch als Halal. In anderen Fällen gilt sie dann als zu meiden. Lecithine wird auch in einigen kosmetischen Produkten verwendet. Bei Unsicherheiten durch fehlende Quellenangabe, sollte eine Anfrage bezüglich der Herkunft der im Produkt verwendeten Lecithine beim Produzenten gemacht werden.

 

Sind Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren halal (E471)?

Mono- und Diglyceride sind Fettstoffe, die als Emulgatoren in einer Vielzahl von Produkten heute eingesetzt werden. Mono- und Diglyceride können sowohl von Quellen tierschen Ursprungs als auch pflanzlichen Ursprungs gewonnen werden. Wenn diese aus pflanzlichen Quellen wie Sojaöl oder Sonnenblumenöl stammen, gelten sie als halal. Es wird komplizierter, wenn sie aus Quellen tierschen Ursprungs stammen, denn es wird selten aufgeführt, von welchen tiersichen Quellen die Speisefette kommen und ob dieses auch zuvor halal-konform verarbeitet wurde. Es wird auch hier empfohlen, beim Produzenten nachzufragen, welche Art von Speisefettsäuren im Produkt verwendet werden, wenn es auf der Verpackung kein eindeutiger Hinweis auf pflanzliche Quellen steht.

 

Sind Koscher-Produkte halal?

Beim Vergleich von Halal und Koscher fällt uns sofort auf, dass Halal umfassender ist als nur Essgewöhnheiten zu regulieren. Deshalb wird bei diesem Vergleich nur dieses Aspekt betrachtet.

Zunächst gibt es einige Unterschiede:

  • Halal verbietet die Benutzung von berauschenden Substanzen wie Alkohol in Lebensmitteln und anderen Konsumgütern, wobei in den jüdischen Speisegesetzen, oder Kaschrut genannt, kann die Benutzung von Alkohol in Speisen erlaubt werden.
  • Gelatine von Schwein gelten auch für einige Jüden als koscher. Nach dem Halal-Reinheitsgebot wird Gelatine als nicht-Halal-Substanz behandelt.
  • Bei den Koscher-Praktiken muss der Name Gottes nicht ausgesprochen werden, was der Fall bei Halal ist. Dennoch ist koscheres Fleisch durch die besondere Stellung der Juden im Islam als Leute der Schrift zulässig für muslimische Verbraucher.

Kaschrut unterscheidet sich auch von Halal dadurch, dass das jüdische Speisegesetz den Verzehr von (Schalen-)Meeresfrüchten wie Garnelen und Hummern und auch den Verzehr von Fleisch von bestimmten Tieren wie Hasen und Kamelen verbietet. Unter den Halal-Richtilinien sind alle diese Essenssorten erlaubt für den Verzehr.

Es existieren natürlich auch einige Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Speisengesetzen. Vor allem ist sowohl bei Koscher als auch bei Halal der Vezehr von Schweinefleisch, Fleisch von Aasfressern, Insekten und Jagdvögeln verboten. Verarbeitete Fleischprodukte und Produkte tierischer Ursprungs wie Gelatine sind bei Beiden ebenfalls erlaubt, solange diese Produkte von erlaubten Quellen stammen, wie Rindern und Fisch, die nach dem jeweiligen Speisevorschriften verarbeitet wurden. Deshalb kann nicht in jedem Fall gesagt werden, dass alles was koscher ist, ist auch halal.

 

Was ist Halal-Tourismus?

Der Begriff, obwohl neu-klingelnd, existiert seit Jahren bereits und bezieht sich auf die spezifischen Reisegewohnheiten, Bedürfnisse und Erwartungen von muslimischen Touristen. Im Wesentlichen suchen Kunden vom Halal-Tourismus nach Dienstleistungen rund um Reise und Urlaub, die im Einklang mit ihren religiösen Prinzipien sind.

 

Wer sind Halal-Touristen?

Grundsätzlich ist jeder Reisende muslimischen Glaubens ein potenzieller Halal-Tourist. Im Bezug auf Nationalität jedoch ist die Nachfrage nach halal-konformen Reisen und Urlaubsangeboten am höchsten aus Indonesien, Malaysia, Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Industrie verzeichnet aber in der letzten Zeit einen bemerkenswerten Anstieg von Halal-Touristen aus Ländern in Nord-Afrika und der Europäischen Union.

 

Was ist Samak?

Mit wachsender Nachfrage nach Halal Produkten steigt auch der Bedarf nach Transport- und Lagerungsmöglichkeiten für diese Waren, bevor sie dem Verbraucher verfügbar gemacht werden. In dieser Phase der Lieferungskette können Kreuzkontaminationen passieren, besonders wenn die Lagerstätte oder Container Unreinheiten von vorherigen Lagervorgängen noch vorhanden sind. Als abosulte Unreiht gilt Flüssigkeiten und Ausscheidungen wie Blut, Kot und Speichel von Hunden, Schweinen und verwandten Tieren.

In Malaysia wurde ein Reinigungsstandard namens „Samak“ entwickelt, das an den islamischen Reinheitsvorschriften orientiet ist. Samak ist ein Reinigungsverfahren und findet Anwendung in Frachtcontainern, Gastronomieküchen, Schlachthöfen, Lagerhallen, Unterkünften und Wohnobjekten. Dabei wird das Objekt mit einer speziell entwickelten und laborgetesteten Tonerde gründlich gereinigt. Um zukünftige Kontaminationen zu vermeiden, wird ein entsprechendes Qualitätsmanagementssystem eingeführt. Das Samak Reinigungsverfahren ist von der renommierten JAKIM (Department of Islamic Development Malaysia) anerkannt und steht für einen hohen Reinheitsstandard in der Halal-Industrie. Samak kann das Vertrauensniveau von Verbrauchern in Halal-Produkten verbessern.

 

Wie werden die Einnahmen der Halal-Zertifizierung verwendet?

Wir sind uns bewusst, dass zurzeit einige Gerüchte und falsche Annahmen über die Halal-Industrie verbreitet sind. Wir möchten hiermit etwas Klarheit schaffen und möglicherweise diese Missverständnisse beseitigen, die zurzeit in Social Media und herkömmlichen Mediennetzwerken kursieren.

Zunächst möchten wir betonen, dass die Einnahmen durch die Zertifierungs- und Beratungsdienstleistungen nur für die Betriebskosten unserer in Deutschland registrierten Firma ausgegeben werden. Dazu gehören Gemeinkosten, Miete, Betriebsmaterial, Gehälter, sowie Reise- und Werbungskosten. Die Einnahemen werden ebensfalls in Deutschland versteuert. Durch unsere Tätigkeit schaffen wir zudem deutsche Unternehmen, die sowohl lokal als auch international wettbewerbsfähiger werden. Somit werden ebenfalls Arbeitsplätze geschaffen und erhalten.

One World Halal Standard ist stolz ein deutsches Unternehmen zu sein und achtet auf die Werte der deutschen Gesellschaft und deren Gesetze. Wir versicheren, dass Einnahmen aus Zertifizierungs- und Beratungsdienstleistungen NICHT zur Unterstützung von terroristischen Aktivitäten gehen oder an politisch motivierte religiöse Organisationen gespendet werden. Wir haben auch keine Beziehungen zu solchen Gruppierungen oder Organisationen im In- und Ausland, die zu Gewalt aufrufen, unsere freiheitlichen Werte nicht respektieren oder Gleichheit und Toleranz missachten.